Wer war Fanny?

Oldenburg, Shanghai, Singapur, Sydney, Havanna. Wo ist Fanny Kirchner geblieben?

In den 1850er Jahren war der Schiffsbau im Oldenburger Großherzogtum und ganz speziell in Brake mit einem wirtschaftlichen Aufschwung verbunden. Neben der „Oldenburgischen Rhederei-Gesellschaft“ und der „Oldenburg-Ostindischen Rhederei“ entstand die „Visurgis Actien-Gesellschaft für Rhederei und Schiffbau“. Im Jahr 1855 wurde die hölzerne Dreimastbark „Stadland“ vom Stapel gelassen; kurze Zeit später wurde sie auf den Namen „Fanny Kirchner” getauft.

Die „Visurgis Rhederei” mit Sitz in Oldenburg beteiligte sich zu jener Zeit am Walfang. Ende der 1850er Jahre wurde die „Fanny”, wie sie liebevoll genannt wurde, von der Reederei H. Bischoff in Bremen befrachtet und im Ostasienhandel eingesetzt.

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Das Geldwesen im alten China

Am Anfang war der Tausch

Mit Beginn der Weiterentwicklung des Urmenschen  begann auch ein gewisser Warenverkehr. Wurde in der Vergangenheit nur für sich und die eigene Familie gesorgt, durch Jagd und Sammeln von Beeren, Obst und Getreide ergab es sich, daß durch das sesshaft werden und gezieltem Anbau mehr Ertrag geerntet werden konnte, als für die Familie gebraucht wurde. Man wurde in die Lage versetzt, den Überschuss abzugeben und dafür andere Waren zu bekommen, die nicht von der Familie hergestellt werden konnten. So begann der Tauschhandel. Mit den Jahrzehnten vergrößerte sich der Bewegungsraum und die Warenmenge wurde immer vielfältiger. Gleichzeitig wurde auch der Wert der Waren und eine bessere Version des Tauschhandels gesucht und auch gefunden. Das Geldwesen im alten China weiterlesen

黄祸论

青岛(2):黄祸论

前面提到的德皇威廉二世对中国人并没有好感,他一直都是黄祸论的倡导者,主张对中国强硬,是我们所说的不折不扣、穷凶极恶的“帝国主义者”。

他手下出过两个惊动世界的大人物,一个是首相俾斯麦,另一个则是纳粹魔头希特勒。另外,威廉二世还是一战的策划者和闪电战计划的创始人,后来希特勒的闪电战只是抄袭而已。需要说明一下,威廉一世并不是威廉二世的父亲,而是他爷爷。1888年,威廉一世驾崩,随即传位于皇太子卡尔(腓特烈三世),但此时的卡尔身患喉癌,已到晚期,几个月后病死。于是皇位再传给当时29岁的威廉二世。威廉二世推行的军国主义扩张政策,符合当时德国统治阶层的需求。他积极开拓海外殖民地,借口在山东巨野的传教士被杀,武力强租了胶州湾。

Postkarte aus China

原本的德意志民族是一盘散沙,统一比较晚,到了俾斯麦后期国势崛起之时,地球上落后地区的殖民地早已被其他欧洲列强瓜分完毕,所以德国的扩张必然会与其他列强发生冲突。海外殖民需要强大的海军,他通过新的海军方案,实施提尔皮茨计划,以加快帝国海军扩张,赶超英国。他对英国的敌视态度与俾斯麦的亲英政策发生冲突,导致他最后炒了俾斯麦的鱿鱼。

Boxeraufstand Quelle: Wikipedia

义和团运动中,德国公使克林德在北京被清军射杀,威廉二世决心报复中国,派遣对华远征军2万多人,由瓦德西元帅指挥,后来瓦德西又成了整支侵华联军的总司令。不过瓦德西启程的步伐有些缓慢,这就苦了那些正在中国受难的洋人。被围困在北京英国领事馆里负隅顽抗的洋人们,每天都在盼星星盼月亮,等着瓦德西早日来解救他们。这支部队抵达中国时,战争已经结束了。

Krieg in China Quelle: Wikipedia

青岛,2019年九月 黄剑辉

德国神话

青岛(1):德国神话

中国人所津津乐道的德国神话,就是青岛的下水道系统,把德国人吹得神乎其神。   由于学德语的缘故,我与德国人打交道还真不少,还曾在珠海的德国企业工作过三年时间,销售电网供电设备。大家都说德国人刻板、严谨、做事有计划,但我见过很多德国人都并不刻板,他们有些还诙谐幽默。至于严谨、有计划,这是很多西方人的普遍性格,只不过德国人在这方面更加突出而已。与他们谈工作,他们通常会一板一眼地将计划写下来,以防遗忘。   德国人占据青岛的时间并不长,前后只有17年时间,当年建设的城区面积不大,他们所建造的排水设施规模也不算大。青岛极少发生内涝现象,主要与它的地形和靠海的地理位置有关,当然排水管网也是功不可没,但国人却将这个排水设施神化了,以致于以讹传讹,成了一个神乎其神的神话。今天青岛的城区扩大了许多倍,德国人的排水系统的容量只占今天总容量的百分之几而已。尽管如此,但必须承认,他们对于城市排水的理念是先进的,到了今天仍然值得我们借鉴。

Qingdao nach 1914

国人吹嘘德国的另一个神话,是一位普通磨坊主人告嬴了德国皇帝威廉一世的诉讼案威廉一世想在柏林附近的波茨坦建造一座豪华行宫,他发现行宫不远处的一间磨坊十分碍眼,将好风景挡住了。皇上于是找来内务大臣,让他去给磨坊主一些钱,希望能把磨坊拆掉。但是磨坊主不愿意拆,于是便发生了他与德皇那桩著名的诉讼案。这个故事成了“风能进,雨能进,国王不能进”的最好例证。保护私有财产是英国政治学家约翰·洛克倡导的价值:绝不容许当权者的权力扩张到公共福利的领域之外。

Kaiser Wilhelm I

我们现在知道这个流传甚广的故事并非史实,属于张冠李戴的错误,它也曾在欧洲以讹传讹,就变成了后来的版本。该磨坊在1736年获得许可兴建,而无忧宫是在1740年开始建造的。磨坊主和后来的威廉二世——弗里德里希·威廉·霍亨索伦之间的确有过法律纠纷,但纠纷的起因却是威廉二世很喜欢那座磨坊,并不觉得它遮挡风景,反而觉得它对无忧宫起到了装饰的效果。事实上,纠纷源于无忧宫的院墙太高而挡住了磨坊的风,磨坊主因而要求国王批准他换地方重建一座新磨坊,费用当然要由国王出。虽然威廉二世最后批准了磨坊主兴建另外一座磨坊,却不允许原来的磨坊停止运营,为此他还因此减掉了磨坊的租税。磨坊后来的一系列修缮几乎全都由普鲁士王室出钱,包括前面提到的拆除并重建。

Schloss Sanssouci

这座象征司法独立和公正裁决的古老磨坊,至今仍矗立在无忧宫旁边。前两年我去无忧宫参观时,也因此问过里面的工作人员关于这个传说的一些细节。虽然这个故事的真实性存在谬误,但它所传导的“私有财产神圣不可侵犯”之理念,则是在西方深入民心的物权法的立法宗旨之精髓。

Sanssouci 1746

青岛,2019年九月 黄剑辉

Nachtrag zu: Nachhall der Geschichte

In unserem Beitrag Nachhall der Geschichte schrieben wir über unseren Besuch im Astor House in Shanghai. Als wir damals von Shanghai Abschied nahmen, waren wir der festen Überzeugung, dass wir eines Tages wieder hierher zurückkehren würden. Leider ist dies unmöglich geworden.

Wie wir vor kurzem erfahren haben, hat das Astor House am 31.12.2017 seine Türen geschlossen. Damit hat Shanghai ein Hotel mit langer Tradition verloren, was viele China-Reisenden mit Sinn für Historie sicherlich bedauern werden.

Es gibt Pläne, das Gebäude zu einem Museum umzubauen.

Rückkehr zur Tradition

Als ich in den neunziger Jahren in China lebte, hatten Plastik und Plastikmöbel einen hohen Stellenwert. Plastik wäre das allermodernste und das allerfeinste, so sagten meine chinesischen Freunde. Die US-Lebensart kam gerade nach China, und jeder, der es sich leisten konnte, wollte den Westen kopieren und ein Stück davon in der Wohnung haben. Dazu kam, dass die Holzmöbel, die zu der Zeit produziert wurden, von sehr schlechter Qualität waren, sie wurden aus einfachen Sperrholzplatten zusammen genagelt. Als ich nun meine Wohnung in Beijing einrichten musste, suchte ich nach traditionellen chinesischen Möbeln und besuchte einen Antikmarkt nahe des Ritan-Parks. In zwei Hallen wurden Raritäten und Kuriositäten vom Feinsten angeboten. Ich war begeistert und besuchte nun fast jedes Wochenende diesen Markt und lernte die Geschichte der chinesischen Möbel kennen. Und ich kaufte mir nicht nur einen Schrank, sondern auch Reisbehälter, geschnitzte Fenster und sogar einen Huthalter. Meine Freunde kamen zu Besuch mit Plastikgeschenken und ich führte stolz meine Schätze vor, die sie aber als Müll (垃圾 La ji ) betitelten. Das hielt mich aber nicht davon ab, in den nächsten Jahren weitere Antikmärkte aufzusuchen und die chinesische Lebensart zu studieren. Rückkehr zur Tradition weiterlesen

Das Zentrum der Welt

Ein Mann reitet der untergehenden Sonne entgegen. Es ist der achte Monat im Jahr 1260 und die spätnachmittägliche Sonne brennt immer noch auf der Haut. Der Reiter ist müde, er ist seit mehreren Wochen unterwegs, seine Heimatstadt Xingtai liegt tausende von Meilen entfernt. Seine letzte Herberge war unbequem, und so ist er schon in aller Frühe aufgebrochen, um endlich die alte Hauptstadt Yanjing in Chinas Norden zu erreichen. Dort hat er eine Verabredung.

Beijing – Pagode aus der Yuan-Dynastie

Nichts erinnert hier mehr an eine Metropole, denn diese Stadt war immer Angriffspunkt der Mongolen gewesen. Allein der Mongole Dschingis Khan hatte die ehemalige Kaiserstadt Zhongdu fünf mal angegriffen, im Jahr 1215 hatte er alle Gebäude niederbrennen lassen und die dort lebenden Dschurdschen in die Steppe des Nordostens zurückgetrieben. Auch den Namen der Stadt hatte der Khan damals ausgelöscht, er gab ihr den alten Namen Yanjing wieder, denn gar nichts sollte an den Regierungssitz der alten Dynastie erinnern.

Das Laub der Pappeln ist längst verdorrt. Rauchiger Nebel erhebt sich in den tief liegenden Sonnenstrahlen. Die Grundstücke sind mit vielen Sträuchern bewachsen. Vergilbtes Gras überwuchert die Fundamente ehemaliger Prachtbauten. Vom alten Kaiserpalast existieren nur noch die Fundamente aus Marmor. Geschwärzte Steine schimmern hier und da durch die stetig wachsende Vegetation. Scharenweise laufen Ratten und Mäuse über die trostlosen Felder und suchen nach Nahrung. Eine Ratte läuft geradewegs vor die Hufe des Pferdes, das scheut und davon jagt. Der Reiter rutscht zur Seite und kann sich nur noch mit Mühe im Sattel halten. Er beruhigt sein Pferd, steigt ab und geht langsam weiter.

Quelle: Museum Guo Shoujing, Beijing

Der Hof und alle Beamten sind geflohen, jetzt leben hier nur noch Bauern und wenige Handwerker. Es ist eine Stadt ohne Gesicht. Die Straßenzüge sind noch deutlich zu erkennen, doch an vielen Stellen fehlen die Pflastersteine. Die Stadtbewohner haben sie in ihren kleinen Hütten verbaut, einige Häuser haben sogar ein Dach aus Lehmziegeln. Andere Buden sind notdürftig aus Brettern zusammen genagelt worden. Die Menschen, die vor ihren Behausungen sitzen, begrüßen den Fremden freundlich. Trotz der Zerstörung liegt eine Zufriedenheit in den Gesichtern der Menschen.

Stadtplan von Dadu

„Hei, hei, hei!“ Im schnellen Galopp kommt ein Reiter von Norden. Er ist vornehm gekleidet, sein grauer Wollmantel fliegt über das Hinterteil des Pferdes. Der Körper des Mannes ist nach vorn gebeugt, und seine Hand wirbelt mit der Peitsche durch die Luft. Als er die Ruinenstadt erreicht, wird er langsamer, das Pferd mit den kurzen Beinen macht nur noch Trippelschritte. Die Chinesen flüchten ins Innere ihrer Häuser, als sie diesen Reiter sehen. Es ist der Mongole Kublai, der Enkel des großen Dschingis Khan.

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Oldenburger Spuren in Shanghai

In der Mitte des 19. Jahrhunderts nahm das Großherzogtum Oldenburg neben den Hansestädten Bremen, Hamburg und Lübeck einen wichtigen Platz in der Seefahrt im ostasiatischen Binnenhandel ein. Nach der Öffnung Chinas nach dem sogenannten Opiumkrieg zwischen Großbritannien und China (1839-1842) beteiligten sich auch Oldenburger Schiffe am Handel und der Gedanke an ein Oldenburger Konsulat wurde verfolgt.

Anleger am Bund

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