Die vergessenen Konkubinenfriedhöfe

Die chinesischen Kaiser aller Dynastien führten einen Harem, den sie Seitenhof nannten. Einmal im Jahr wurden Kandidatinnen im Alter zwischen 13 und 20 Jahren aus guten Familien im ganzen Land ausgewählt. Sie wurden von Eunuchen nach Schönheit, Gesichtsausdruck und Benehmen ausgesucht. Viele Familien boten ihre Töchter dem kaiserlichen Hof an, dann waren sie sicher, dass sie gut versorgt waren. Zuerst kamen sie als Hofdamen in den kaiserlichen Haushalt. Kamen sie beim Kaiser gut an, so wurde ihnen ein Rang verliehen.

Die Titel waren:

Guifei 贵妃 kaiserliche Nebenfrau vom höchsten Rang

Gongfei 恭妃 ehrerbietige Konkubine

Xianfei 贤妃 tugendhafte Konkubine

Shufei 漱妃 nette Konkubine

Jingfei 敬妃 hochgeschätzte Konkubine

Shunfei 顺妃 gehorsame Konkubine

Lifei 丽妃 schöne Konkubine

Chongfei 充妃 reiche Konkubine

Chengfei 成妃 vollendete Konkubine

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Zwei Brunnen für 32 Konkubinen

Der Kaiser 永乐 Yongle wurde 1424 im 长陵 Changling begraben. Es war Sitte, dass seine Konkubinen ihm in den Tod folgten. Jeweils 16 Frauen mit dem dritten Rang der 贤妃 Xianfei sollen im 东井 östlichen und 西井westlichen Brunnen begraben sein. „Brunnen“ hießen diese Gräber, weil der Tunnel zum Grab senkrecht nach unten ging.

Opferhalle des Changling

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Das geheime Grab in den Westbergen

Auf der Suche nach den Minggräbern besuchten wir oft das Tal der dreizehn Gräber im Norden von Beijing. Dort hatte uns eine Bäuerin erzählt, dass es noch ein weiteres Grab in den Bergen geben sollte. Dieses Kaisergrab sollte westlich von Beijing liegen, in der Nähe des Sommerpalastes zwischen dem Goldberg und dem Jadequellenberg.

Zwei Berge und ein Orakelbrunnen

Einige Male fuhren wir vergebens in den Westen Beijings. Wir befragten die Bewohner im Dorf 娘娘府 Niang niang fu und alle waren sehr bemüht, uns zu helfen. In den Jahren zuvor wurden viele neue Straßen in Beijing gebaut. Es schien mir, als hätten die Bewohner dieser Gegend das Grab von Kaiser Jingtai vergessen, denn vom Kaiser Jingtai hatten sie noch nichts gehört und sie waren sicher, dass es kein Kaisergrab in der Nähe gäbe.

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Das Zentrum der Welt

Ein Mann reitet der untergehenden Sonne entgegen. Es ist der achte Monat im Jahr 1260 und die spätnachmittägliche Sonne brennt immer noch auf der Haut. Der Reiter ist müde, er ist seit mehreren Wochen unterwegs, seine Heimatstadt Xingtai liegt tausende von Meilen entfernt. Seine letzte Herberge war unbequem, und so ist er schon in aller Frühe aufgebrochen, um endlich die alte Hauptstadt Yanjing in Chinas Norden zu erreichen. Dort hat er eine Verabredung.

Beijing – Pagode aus der Yuan-Dynastie

Nichts erinnert hier mehr an eine Metropole, denn diese Stadt war immer Angriffspunkt der Mongolen gewesen. Allein der Mongole Dschingis Khan hatte die ehemalige Kaiserstadt Zhongdu fünf mal angegriffen, im Jahr 1215 hatte er alle Gebäude niederbrennen lassen und die dort lebenden Dschurdschen in die Steppe des Nordostens zurückgetrieben. Auch den Namen der Stadt hatte der Khan damals ausgelöscht, er gab ihr den alten Namen Yanjing wieder, denn gar nichts sollte an den Regierungssitz der alten Dynastie erinnern.

Das Laub der Pappeln ist längst verdorrt. Rauchiger Nebel erhebt sich in den tief liegenden Sonnenstrahlen. Die Grundstücke sind mit vielen Sträuchern bewachsen. Vergilbtes Gras überwuchert die Fundamente ehemaliger Prachtbauten. Vom alten Kaiserpalast existieren nur noch die Fundamente aus Marmor. Geschwärzte Steine schimmern hier und da durch die stetig wachsende Vegetation. Scharenweise laufen Ratten und Mäuse über die trostlosen Felder und suchen nach Nahrung. Eine Ratte läuft geradewegs vor die Hufe des Pferdes, das scheut und davon jagt. Der Reiter rutscht zur Seite und kann sich nur noch mit Mühe im Sattel halten. Er beruhigt sein Pferd, steigt ab und geht langsam weiter.

Quelle: Museum Guo Shoujing, Beijing

Der Hof und alle Beamten sind geflohen, jetzt leben hier nur noch Bauern und wenige Handwerker. Es ist eine Stadt ohne Gesicht. Die Straßenzüge sind noch deutlich zu erkennen, doch an vielen Stellen fehlen die Pflastersteine. Die Stadtbewohner haben sie in ihren kleinen Hütten verbaut, einige Häuser haben sogar ein Dach aus Lehmziegeln. Andere Buden sind notdürftig aus Brettern zusammen genagelt worden. Die Menschen, die vor ihren Behausungen sitzen, begrüßen den Fremden freundlich. Trotz der Zerstörung liegt eine Zufriedenheit in den Gesichtern der Menschen.

Stadtplan von Dadu

„Hei, hei, hei!“ Im schnellen Galopp kommt ein Reiter von Norden. Er ist vornehm gekleidet, sein grauer Wollmantel fliegt über das Hinterteil des Pferdes. Der Körper des Mannes ist nach vorn gebeugt, und seine Hand wirbelt mit der Peitsche durch die Luft. Als er die Ruinenstadt erreicht, wird er langsamer, das Pferd mit den kurzen Beinen macht nur noch Trippelschritte. Die Chinesen flüchten ins Innere ihrer Häuser, als sie diesen Reiter sehen. Es ist der Mongole Kublai, der Enkel des großen Dschingis Khan.

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Das Erbe der Ming

In der Zeit von 1994 bis 1998 habe ich in Xisanqi, einem nördlichen Stadtteil von Beijing, gewohnt. Bereits an den ersten Wochenenden luden uns chinesische Freunde ein, berühmte Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Wir fuhren nach Badaling, dort wo sich die Große Mauer über Bergkämme schlängelt, besuchten nebenbei den Heiligen Weg und das Changling. Wir hatten an einem Nachmittag so ein großes Programm, dass wir eigentlich gar nicht wussten, was wir da anschauten. In wenigen Sätzen erklärte Herr Li mir die Geschichte der feudalen Ming-Kaiser.

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Memories of the Ming

I lived in Xisanqi, a district in the north of Beijing, between 1994 and 1998. Early on Chinese friends invited us to visit famous sight-seeing spots with us. We went to Badaling to see the Great Wall riding on top the mountain ridges, and in passing we also visited the Sacred Road and the Changling tomb. After seeing so many wonders in one day we hardly realized what we were looking at. One of our friends, Mr. Li, told me the history of the Ming emperors in a few sentences. In Spring 1995 my husband’s company gave us a car, and at the same time both of us received Chinese driving licenses. Having relied on bus and taxi until then, we now looked forward to excursions by car. On a weekend in May 1995 our American friends invited us to a picnic. Driving in a northern direction, the foreign community met in a walled garde; the Germans brought potato salad, the Italians pasta, the French contributed baguettes, the English roast-beef and the Americans burgers. After a pleasant meal I asked for the name of this place. Shisanling, I was told.

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Tianningsi – ein Kleinod in Beijing

Der Tempel des Himmlischen Friedens in Beijing 天宁寺

 

Der Tianningsi im Westbezirk von Beijing wurde schon vor langer Zeit geplant. Schon in den Jahren 471 bis 476, während der Nördlichen Wei-Dynastie 魏朝, wurde an dieser Stelle ein Tempel gebaut: der Guanglin Tempel 光林寺. Mehrere Male wurde dieser Tempel zerstört und immer wieder aufgebaut. In der Liao-Dynastie 辽朝 im 12. Jahrhundert wurde die sechseckige Pagode gebaut, die noch immer auf dem ursprünglichen Gelände steht.

Zu jener Zeit war sie mit 57,80 Metern wahrscheinlich das höchste Gebäude der Stadt. Wie viele andere Pagoden hatte auch diese 13 Stufen. Unter dem ersten Dach gibt es reiche Verzierungen mit Buddhastatuen, steinernen Fenstergittern und Säulen. Unter jedem Dachvorsprung schmücken Ochsenkopfkapitelle die Gesimswerke.

 

An allen sechs Walmenden sitzen Fabeltiere, um das Gebäude zu schützen.

Heute ist die Tempelanlage in einem sehr guten Zustand. Die Nebengebäude sind wieder aufgebaut und werden von den Buddhisten genutzt. Die Anlage liegt am westlichen zweiten Ring in der Nähe des daoisten Klosters der weißen Wolke.

Strassenschild

Der Eingang erfolgt von Süden her über die vordere Tingningstraße. Der Eintritt ist frei.

 

Der Kaiserkanal

京杭大运河

Den Begriff Kaiserkanal kennen die Chinesen nicht. Auf chinesisch heißt der Kanal Jing Hang da yun he. Die ersten beiden Silben jing und hang sind die Kurzformen der Städte Beijing und Hangzhou, weil der Kanal die beiden Städte Beijing und Hangzhou verbindet. Im Englischen und im Französischen heißt der Wasserzug Grand Canal.

Gedenksäule
Gedenksäule

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Die Marco Polo Brücke

卢沟桥
Endlich ist es soweit. Sechs Monate wohnen wir schon in Beijing und seit dieser Zeit warten wir auf unser Auto. Unsere erste Fahrt führt uns zur berühmten Marco Polo Brücke.

Wir hatten so viel davon gehört und wollten sie nun endlich einmal sehen. Sie liegt außerhalb von Beijing und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln schwer zu erreichen. Besser gesagt, wir haben die Buslinie noch nicht gefunden. Auf jeden Fall müssten wir mehrere Male umsteigen.

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Tempo of Time

Like each other old city in China, Beijing (北京) has one drum and one bell tower. They are situated at the northern end of the Zhongzhou road (中轴线); literally meaning: central axis of the inner city.
Zhongzhou Road is not the name of any particular road; it refers to the trunk road from Beichen Bridge on the northern 4th ring through to Zhonglou North Bridge on the northern 2nd ring (north stretch) and south of Yongdingmen (south stretch). Tempo of Time weiterlesen