Das Zentrum der Welt

Im Februar findet bei Amazon das Indie Lese-Festival statt, bei dem Bücher und E-books zu einem reduzierten Preis angeboten werden. Unter den ausgewählten Büchern befindet sich auch das E-Book

Das Zentrum der Welt

von Gerlinde Pehlken. In der Zeit vom 22. Februar bis 1. März haben interessierte Leser die Möglichkeit, das E-book zu einem um 70% reduzierten Preis zu erwerben.

Hier folgt eine kleine Leseprobe:

Ein Mann reitet der untergehenden Sonne entgegen. Es ist der achte Monat im Jahr 1260 und die spätnachmittägliche Sonne brennt immer noch auf der Haut. Der Reiter ist müde, er ist seit mehreren Wochen unterwegs, seine Heimatstadt Xingtai liegt tausende von Meilen entfernt. Seine letzte Herberge war unbequem, und so ist er schon in aller Frühe aufgebrochen, um endlich die alte Hauptstadt Yanjing in Chinas Norden zu erreichen. Dort hat er eine Verabredung.

Nichts erinnert hier mehr an eine Metropole, denn diese Stadt war immer Angriffspunkt der Mongolen gewesen. Allein der Mongole Dschingis Khan hatte die ehemalige Kaiserstadt Zhongdu fünf mal angegriffen, im Jahr 1215 hatte er alle Gebäude niederbrennen lassen und die dort lebenden Dschurdschen in die Steppe des Nordostens zurückgetrieben. Auch den Namen der Stadt hatte der Khan damals ausgelöscht, er gab ihr den alten Namen Yanjing wieder, denn gar nichts sollte an den Regierungssitz der alten Dynastie erinnern.

Das Laub der Pappeln ist längst verdorrt. Rauchiger Nebel erhebt sich in den tief liegenden Sonnenstrahlen. Die Grundstücke sind mit vielen Sträuchern bewachsen. Vergilbtes Gras überwuchert die Fundamente ehemaliger Prachtbauten. Vom alten Kaiserpalast existieren nur noch die Fundamente aus Marmor. Geschwärzte Steine schimmern hier und da durch die stetig wachsende Vegetation. Scharenweise laufen Ratten und Mäuse über die trostlosen Felder und suchen nach Nahrung. Eine Ratte läuft geradewegs vor die Hufe des Pferdes, das scheut und davon jagt. Der Reiter rutscht zur Seite und kann sich nur noch mit Mühe im Sattel halten. Er beruhigt sein Pferd, steigt ab und geht langsam weiter.

Der Hof und alle Beamten sind geflohen, jetzt leben hier nur noch Bauern und wenige Handwerker. Es ist eine Stadt ohne Gesicht. Die Straßenzüge sind noch deutlich zu erkennen, doch an vielen Stellen fehlen die Pflastersteine. Die Stadtbewohner haben sie in ihren kleinen Hütten verbaut, einige Häuser haben sogar ein Dach aus Lehmziegeln. Andere Buden sind notdürftig aus Brettern zusammen genagelt worden. Die Menschen, die vor ihren Behausungen sitzen, begrüßen den Fremden freundlich. Trotz der Zerstörung liegt eine Zufriedenheit in den Gesichtern der Menschen.

„Hei, hei, hei!“

Im schnellen Galopp kommt ein Reiter von Norden. Er ist vornehm gekleidet, sein grauer Wollmantel fliegt über das Hinterteil des Pferdes. Der Körper des Mannes ist nach vorn gebeugt, und seine Hand wirbelt mit der Peitsche durch die Luft. Als er die Ruinenstadt erreicht, wird er langsamer, das Pferd mit den kurzen Beinen macht nur noch Trippelschritte.

Die Chinesen flüchten ins Innere ihrer Häuser, als sie diesen Reiter sehen. Es ist der Mongole Kublai, der Enkel des großen Dschingis Khan.

Ein Ort voller Geschichte

崖门炮台

Zhuhai ist eine moderne chinesische Millionenstadt mit wenig historischen Sehenswürdigkeiten. Es ist ein altes Fischerdorf, das schnell gewachsen ist. Doch in der Umgebung von Zhuhai gibt einige bedeutende Orte des historischen China. Ein chinesischer Freund gab er uns den Rat, in die Stadt 新会 Xinhui zu fahren. Dort gibt es ein altes Fort, das im 19. Jahrhundert während des Opiumkrieges gegen die Ausländer bekannt wurde.

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Der Zuckerrohrkönig Chen Fang

陈芳

Chen Fang (1825 bis 1906) war so arm, dass alle seine Habseligkeiten an den Haken einer Schulterstange passten. Seine Eltern waren früh gestorben, und seit seinem sechsten Lebensjahr musste er für seinen Onkel arbeiten. Im Jahr 1849 verließ er seine junge Frau und seinen Sohn in Südchina. In der Hafenstadt Macau wurden Kulis angeworben und nach Hawaii verschifft.

Chen Fang

Chen nutzte die Chance und verpflichtete sich für drei Jahre als Arbeiter in einer Zuckerrohrmühle. Von seinem geringen Lohn machte er sich mit einem Kramladen selbständig. Zudem arbeitete er in den Abendstunden als Koch. Mit seinem Geld kaufte er preiswerte Grundstücke und verkaufte sie teuer wieder. Denn eins hatte er gelernt, mit der Arbeit seiner Hände konnte er nicht reich werden. 1857 heiratete er die 17jährige Hawaiianerin Julia Fayerweather (1840-1919), beide bekamen 16 Kinder, 12 Töchter und 4 Söhne. Der Zuckerrohrkönig Chen Fang weiterlesen

Die Wehrtürme von Kaiping

开平的碉楼
Etwa 100 km südwestlich der Stadt Guangzhou in der südchinesischen Provinz Guangdong liegen verborgene Schätze der chinesischen Kultur, wo man nur sehr wenige Touristen trifft. Unser Freund Huang Jianhui machte auf diese kulturellen Denkmäler aufmerksam.
Die Stadt Kaiping, die zum Bezirk Jiangmen gehört, ist vornehmlich eine Industriestadt, doch die kleinen Dörfer haben einen ganz besonderen Reiz. 1839 reisten die ersten Chinesen aus Kaiping über die portugiesischen Kolonie Macau als Kulis nach Amerika.

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Die Filmstadt Chikan

赤坎市

Wer nach 开平 Kaiping fährt und sich die 碉楼 Wehrtürme anschaut, der muss auch durch die Filmstadt Chikan bummeln. Diese Stadt wurde in der frühen Qing-Dynastie im Jahr 1649 gegründet. Durch den Tan Fluss fand ein reger Handel mit den Städten am Perlflussdelta statt. Der Fluss Tan mündet westlich von Macau ins südchinesische Meer. So wurde mit den Portugiesen in Macau Handel getrieben, aber auch mit den Engländern in Hongkong.

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Der Pagodenwald am Silberberg

银山塔林
Auf dem Weg nach Mutianyu kommt man an einen bedeutenden Ort vorbei. In 昌平 Changping am südlichen Fuss des Silberberges in der Nähe des Dorfes Haizi liegen ganz verschlafen viele alte Bauwerke. Nur durch Zufall fanden wir diese Pagoden, denn wir bogen an einer Straßenkreuzung falsch ab. Schnell stellten wir fest, dass diese Straße eine Sackgasse war. Wir stiegen aus dem Auto und sofort drückte mir eine Frau ein Blatt in die Hand, wo ein kurzer Abriss dieser Anlage stand. Dafür verlangte sie eine Renminbi.

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Oldenburger Spuren in Shanghai

In der Mitte des 19. Jahrhunderts nahm das Großherzogtum Oldenburg neben den Hansestädten Bremen und Hamburg einen wichtigen Platz in der Seefahrt im ostasiatischen Binnenhandel ein. Nach der Öffnung Chinas nach dem sogenannten Opiumkrieg zwischen Großbritannien und China (1839-1842) beteiligten sich auch Oldenburger Schiffe am Handel und der Gedanke an ein Oldenburger Konsulat wurde verfolgt.

Anleger am Bund

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亲年快乐

Am 28. Januar beginnt das Jahr des Feuer-Hahnes (丁酉). Dies ist das 34. Jahr im chinesischen 60-Jahres-Kalender(干支), und es endet am 15. Januar 2018.

Menschen, die im Jahr des Hahnes geboren sind, gelten als charakterstark. Man sagt, dass sie auch in kritischen Situationen einen kühlen Kopf bewahren.

China-Oldenburg wünscht allen Besuchern ein erfolgreiches und glückliches Jahr!

2017: Das Jahr des Feuer-Hahnes

Mehr Neujahrsbilder finden Sie hier: Galerie

Chinesischer Tee – Ein Lebensgefühl

茶人 茶事 茶话

In Hongkong besuche ich in ein chinesisches Teehaus und will zum ersten Mal im meinem Leben den chinesischen Tee probieren. Dieses Teehaus an der Nanjing Road befindet sich in im ersten Stockwerk eines Hochhauses und sieht eher europäisch als chinesisch aus. Englische Einrichtung und Selbstbedienung. Obwohl es sonniges Wetter mit angenehmen 23 Grad ist, bläst die Klimaanlage eine eisige Brise in den Raum. Eine ältere Chinesin hinter dem Tresen fragt mich:

Im Hafen von Hongkong
Im Hafen von Hongkong

„Chinese tea or English tea?“

Spontan antworte ich : „Chinese tea.“

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