黄祸论

青岛(2):黄祸论

前面提到的德皇威廉二世对中国人并没有好感,他一直都是黄祸论的倡导者,主张对中国强硬,是我们所说的不折不扣、穷凶极恶的“帝国主义者”。

他手下出过两个惊动世界的大人物,一个是首相俾斯麦,另一个则是纳粹魔头希特勒。另外,威廉二世还是一战的策划者和闪电战计划的创始人,后来希特勒的闪电战只是抄袭而已。需要说明一下,威廉一世并不是威廉二世的父亲,而是他爷爷。1888年,威廉一世驾崩,随即传位于皇太子卡尔(腓特烈三世),但此时的卡尔身患喉癌,已到晚期,几个月后病死。于是皇位再传给当时29岁的威廉二世。威廉二世推行的军国主义扩张政策,符合当时德国统治阶层的需求。他积极开拓海外殖民地,借口在山东巨野的传教士被杀,武力强租了胶州湾。

Postkarte aus China

原本的德意志民族是一盘散沙,统一比较晚,到了俾斯麦后期国势崛起之时,地球上落后地区的殖民地早已被其他欧洲列强瓜分完毕,所以德国的扩张必然会与其他列强发生冲突。海外殖民需要强大的海军,他通过新的海军方案,实施提尔皮茨计划,以加快帝国海军扩张,赶超英国。他对英国的敌视态度与俾斯麦的亲英政策发生冲突,导致他最后炒了俾斯麦的鱿鱼。

Boxeraufstand Quelle: Wikipedia

义和团运动中,德国公使克林德在北京被清军射杀,威廉二世决心报复中国,派遣对华远征军2万多人,由瓦德西元帅指挥,后来瓦德西又成了整支侵华联军的总司令。不过瓦德西启程的步伐有些缓慢,这就苦了那些正在中国受难的洋人。被围困在北京英国领事馆里负隅顽抗的洋人们,每天都在盼星星盼月亮,等着瓦德西早日来解救他们。这支部队抵达中国时,战争已经结束了。

Krieg in China Quelle: Wikipedia

青岛,2019年九月 黄剑辉

德国神话

青岛(1):德国神话

中国人所津津乐道的德国神话,就是青岛的下水道系统,把德国人吹得神乎其神。   由于学德语的缘故,我与德国人打交道还真不少,还曾在珠海的德国企业工作过三年时间,销售电网供电设备。大家都说德国人刻板、严谨、做事有计划,但我见过很多德国人都并不刻板,他们有些还诙谐幽默。至于严谨、有计划,这是很多西方人的普遍性格,只不过德国人在这方面更加突出而已。与他们谈工作,他们通常会一板一眼地将计划写下来,以防遗忘。   德国人占据青岛的时间并不长,前后只有17年时间,当年建设的城区面积不大,他们所建造的排水设施规模也不算大。青岛极少发生内涝现象,主要与它的地形和靠海的地理位置有关,当然排水管网也是功不可没,但国人却将这个排水设施神化了,以致于以讹传讹,成了一个神乎其神的神话。今天青岛的城区扩大了许多倍,德国人的排水系统的容量只占今天总容量的百分之几而已。尽管如此,但必须承认,他们对于城市排水的理念是先进的,到了今天仍然值得我们借鉴。

Qingdao nach 1914

国人吹嘘德国的另一个神话,是一位普通磨坊主人告嬴了德国皇帝威廉一世的诉讼案威廉一世想在柏林附近的波茨坦建造一座豪华行宫,他发现行宫不远处的一间磨坊十分碍眼,将好风景挡住了。皇上于是找来内务大臣,让他去给磨坊主一些钱,希望能把磨坊拆掉。但是磨坊主不愿意拆,于是便发生了他与德皇那桩著名的诉讼案。这个故事成了“风能进,雨能进,国王不能进”的最好例证。保护私有财产是英国政治学家约翰·洛克倡导的价值:绝不容许当权者的权力扩张到公共福利的领域之外。

Kaiser Wilhelm I

我们现在知道这个流传甚广的故事并非史实,属于张冠李戴的错误,它也曾在欧洲以讹传讹,就变成了后来的版本。该磨坊在1736年获得许可兴建,而无忧宫是在1740年开始建造的。磨坊主和后来的威廉二世——弗里德里希·威廉·霍亨索伦之间的确有过法律纠纷,但纠纷的起因却是威廉二世很喜欢那座磨坊,并不觉得它遮挡风景,反而觉得它对无忧宫起到了装饰的效果。事实上,纠纷源于无忧宫的院墙太高而挡住了磨坊的风,磨坊主因而要求国王批准他换地方重建一座新磨坊,费用当然要由国王出。虽然威廉二世最后批准了磨坊主兴建另外一座磨坊,却不允许原来的磨坊停止运营,为此他还因此减掉了磨坊的租税。磨坊后来的一系列修缮几乎全都由普鲁士王室出钱,包括前面提到的拆除并重建。

Schloss Sanssouci

这座象征司法独立和公正裁决的古老磨坊,至今仍矗立在无忧宫旁边。前两年我去无忧宫参观时,也因此问过里面的工作人员关于这个传说的一些细节。虽然这个故事的真实性存在谬误,但它所传导的“私有财产神圣不可侵犯”之理念,则是在西方深入民心的物权法的立法宗旨之精髓。

Sanssouci 1746

青岛,2019年九月 黄剑辉

Rote Dächer am Gelben Meer

Oldenburger in Tsingtau während der Kolonialzeit

Als das deutsche Reich 1898 das Schutzgebiet Kiautschou pachtete, wurde im Reichskriegshafen Wilhelmshaven nach Handwerkern gesucht, die Tsingtau und die umliegenden Dörfer mit aufbauen sollten. Die allgemeine Wirtschaftslage in Norddeutschland sah zu jener Zeit nicht vielversprechend aus. Da sahen junge Männer die Chance auf Arbeit in Übersee.

Mit Beginn der Landübernahme begann auch sofort eine rege Bautätigkeit. Oldenburger, wie zum Beispiel Heinrich Eilers oder Ernst Troschel, gingen schon früh nach Tsingtau und waren maßgeblich an dem Bau der Stadt und des Hafens beteiligt. Heinrich Eilers holte seine Familie später nach, doch Elise Troschel begleitete ihren Mann von Anfang an.

Besonders die Frauen hatten mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen. In der Heimat wurden sie bewundert und beneidet, denn die Familien hatten in der Ferne ein doppeltes Einkommen und konnten sich alles leisten, sie brauchten selbst nicht im Haushalt zu arbeiten, dafür hatten sie Boy, Koch und Kuli.

Doch die Wirklichkeit sah meist anders aus. Wenn Frauen alleine über Land fuhren, hatten sie ständig Angst vor Überfällen. Der Boy oder der Koch gingen einkaufen und zahlten fast immer zu viel. Einige Bedienstete wirtschafteten dabei in die eigene Tasche. Ständig gab es gesundheitliche Probleme. Die europäischen Kinder waren den eisigen Sandsturm nicht gewohnt und hatten oft Probleme mit den Bronchien. Zudem grassierten ansteckende Krankheiten und Seuchen wie Cholera und Typhus.

Eine bewegende Lebensgeschichte hatte Minna Stielow. Sie lebte mehr als vierzig Jahre in China. Im Jahr 1906 folgte sie ihrem Verlobten, im Oktober heirateten sie in Tsingtau, dort bekamen sie zwei Kinder. Als Otto in Gefangenschaft geriet, zog sie ihre Kinder alleine auf. 1920 kam die vierköpfige Familie zurück nach Wilhelmshaven, doch schon zwei Jahre später ging sie zurück nach Tsingtau. Otto Stielow fand eine Arbeit bei einer Import-Exportfirma, im Jahr 1937 starb er in Tsingtau. Minna Stielow hatte wahrscheinlich nicht das Geld für eine Heimreise, sie nahm unterschiedliche Arbeiten an. Erst 1950 kam sie über Umwege nach Wilhelmshaven zurück.

Elise Troschel reiste mit vier Kindern im Alter von neun Monaten bis sechs Jahren gemeinsam mit Ehemann und Kindermädchen nach Tsingtau. Sie führte als Ärztin und Geburtshelferin eine Praxis im Hafenbauamt von Tsingtau.

Irenestraße um 1910

Elisabeth Eilers, die ihrem Mann im Jahr 1907 folgte, reiste mit zwei kleinen Mädchen nach China und blieb drei Jahre dort.

Frieda Ammen reiste ihrem Verlobten nach und beide heirateten in Shanghai, bevor sie weiter nach Tsingtau reisten. Familie Müller kehrte früher nach Deutschland zurück als geplant, denn die beiden Kinder konnten das raue Klima nicht vertragen.

Marie Ruhstrat lebte über zwanzig Jahre in verschiedenen Städten Chinas, sie hatte sechs Kinder, ihr ältester Sohn starb in Shanghai an Cholera. Marie war nur kurze Zeit zu Besuch in Tsingtau während der Konfirmation ihres zweiten Sohnes im April 1910, der dort die Schule besuchte und im Internat lebte.

Gouvernements-Kapelle

Die Statistik im „Amtsblatt für das Deutsche Kiautschou-Gebiet” aus dem Jahr 1910 gibt an, dass neben 2.275 deutschen Soldaten 1.531 zivile Deutsche lebten, davon kamen 17 aus dem Großherzogtum Oldenburg, 1913 stieg die Zahl der Oldenburger auf 42.

Aus dem damaligen Fischerdorf ist die moderne Stadt Qingdao mit mehr als 9 Millionen Einwohnern geworden. Auch nach 120 Jahren sind viele deutsche Gebäude erhalten wie Schulen und Krankenhäuser, die teilweise noch in der gleichen Funktion genutzt werden. Die ehemalige deutsche Germania-Brauerei hat heute als Tsingtao-Brewery den Weltmarkt erobert.

Studenten der Qingdao Universität haben im Sommer 2019 Fotos von alten deutschen Gebäuden aufgenommen und diese Abbildungen geben einen Einblick, wie das deutsche Erbe von den Chinesen geschätzt wird.

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Bernhards Briefe

Schuljahre im deutschen Tsingtau

Es ist die ungewöhnliche Biographie von Bernhard Ruhstrat aus dem Großherzogtum Oldenburg in einem außergewöhnlichen Abschnitt deutscher Geschichte.

Die Familie Ruhstrat ist im 19. und 20. Jahrhundert eine angesehene Juristenfamilie in Oldenburg, doch der älteste Sohn Ernst bewirbt sich beim Kaiserlichen Chinesischen Seezoll, der vom Engländer Sir Robert Hart geleitet wird. Im Herbst 1881 fährt er nach Shanghai und wird danach in unterschiedliche Regionen versetzt.

Das Zollamt in Shanghai

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Rückkehr zur Tradition

Als ich in den neunziger Jahren in China lebte, hatten Plastik und Plastikmöbel einen hohen Stellenwert. Plastik wäre das allermodernste und das allerfeinste, so sagten meine chinesischen Freunde. Die US-Lebensart kam gerade nach China, und jeder, der es sich leisten konnte, wollte den Westen kopieren und ein Stück davon in der Wohnung haben. Dazu kam, dass die Holzmöbel, die zu der Zeit produziert wurden, von sehr schlechter Qualität waren, sie wurden aus einfachen Sperrholzplatten zusammen genagelt. Als ich nun meine Wohnung in Beijing einrichten musste, suchte ich nach traditionellen chinesischen Möbeln und besuchte einen Antikmarkt nahe des Ritan-Parks. In zwei Hallen wurden Raritäten und Kuriositäten vom Feinsten angeboten. Ich war begeistert und besuchte nun fast jedes Wochenende diesen Markt und lernte die Geschichte der chinesischen Möbel kennen. Und ich kaufte mir nicht nur einen Schrank, sondern auch Reisbehälter, geschnitzte Fenster und sogar einen Huthalter. Meine Freunde kamen zu Besuch mit Plastikgeschenken und ich führte stolz meine Schätze vor, die sie aber als Müll (垃圾 La ji ) betitelten. Das hielt mich aber nicht davon ab, in den nächsten Jahren weitere Antikmärkte aufzusuchen und die chinesische Lebensart zu studieren. Rückkehr zur Tradition weiterlesen

Nachhall der Geschichte

Das Astor House in Shanghai

浦江饭店

Direkt an der berühmten Garden Bridge, nur wenige Meter vom Bund, liegt das ehrwürdige Astor House mit einer langen Geschichte.

Die alten ausgetretenen Granitstufen führen durch die schweren Eichentüren in die Hotel-Lobby des Astorhauses. Schon hier atme ich den Duft der Vergangenheit des Hauses ein.Der Schotte Peter Felix Richards hatte 1846 die Idee, als viele europäische Kaufleute nach Shanghai kamen, ein Hotel in der Nähe des Bunds (heute östliche Jingling Straße) zu eröffnen. Dieses Haus war der Vorläufer des Astor Hauses.

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Guling – ein cooler Ort in den Bergen

牯岭镇

Das Lushan-Gebirge 庐山 südlich des Yangzi-Flusses 长江 nahe der Stadt Jiujiang 九江 ist ein Ort mit langer Historie. Es liegt ca. 200 km südöstlich von Wuhan 武汉 in der Provinz Jiangxi 江西. Wegen der Schönheit der Berge besuchten seit der Östlichen Jin-Dynastie 东晋 berühmte Literaten, Mönche und Maler diesen Ort und hinterließen hier ihre Spuren. Es gibt über 4000 überlieferte Gedichte über den Lushan. Ein besonderer Ort ist Guling, 1167 Meter hoch, von den Ausländer auch Kuling genannt.

 

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Die vergessenen Konkubinenfriedhöfe

Die chinesischen Kaiser aller Dynastien führten einen Harem, den sie Seitenhof nannten. Einmal im Jahr wurden Kandidatinnen im Alter zwischen 13 und 20 Jahren aus guten Familien im ganzen Land ausgewählt. Sie wurden von Eunuchen nach Schönheit, Gesichtsausdruck und Benehmen ausgesucht. Viele Familien boten ihre Töchter dem kaiserlichen Hof an, dann waren sie sicher, dass sie gut versorgt waren. Zuerst kamen sie als Hofdamen in den kaiserlichen Haushalt. Kamen sie beim Kaiser gut an, so wurde ihnen ein Rang verliehen.

Die Titel waren:

Guifei 贵妃 kaiserliche Nebenfrau vom höchsten Rang

Gongfei 恭妃 ehrerbietige Konkubine

Xianfei 贤妃 tugendhafte Konkubine

Shufei 漱妃 nette Konkubine

Jingfei 敬妃 hochgeschätzte Konkubine

Shunfei 顺妃 gehorsame Konkubine

Lifei 丽妃 schöne Konkubine

Chongfei 充妃 reiche Konkubine

Chengfei 成妃 vollendete Konkubine

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Zwei Brunnen für 32 Konkubinen

Der Kaiser 永乐 Yongle wurde 1424 im 长陵 Changling begraben. Es war Sitte, dass seine Konkubinen ihm in den Tod folgten. Jeweils 16 Frauen mit dem dritten Rang der 贤妃 Xianfei sollen im 东井 östlichen und 西井westlichen Brunnen begraben sein. „Brunnen“ hießen diese Gräber, weil der Tunnel zum Grab senkrecht nach unten ging.

Opferhalle des Changling

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Das geheime Grab in den Westbergen

Auf der Suche nach den Minggräbern besuchten wir oft das Tal der dreizehn Gräber im Norden von Beijing. Dort hatte uns eine Bäuerin erzählt, dass es noch ein weiteres Grab in den Bergen geben sollte. Dieses Kaisergrab sollte westlich von Beijing liegen, in der Nähe des Sommerpalastes zwischen dem Goldberg und dem Jadequellenberg.

Zwei Berge und ein Orakelbrunnen

Einige Male fuhren wir vergebens in den Westen Beijings. Wir befragten die Bewohner im Dorf 娘娘府 Niang niang fu und alle waren sehr bemüht, uns zu helfen. In den Jahren zuvor wurden viele neue Straßen in Beijing gebaut. Es schien mir, als hätten die Bewohner dieser Gegend das Grab von Kaiser Jingtai vergessen, denn vom Kaiser Jingtai hatten sie noch nichts gehört und sie waren sicher, dass es kein Kaisergrab in der Nähe gäbe.

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