Wer war Fanny?

Oldenburg, Shanghai, Singapur, Sydney, Havanna. Wo ist Fanny Kirchner geblieben?

In den 1850er Jahren war der Schiffsbau im Oldenburger Großherzogtum und ganz speziell in Brake mit einem wirtschaftlichen Aufschwung verbunden. Neben der „Oldenburgischen Rhederei-Gesellschaft“ und der „Oldenburg-Ostindischen Rhederei“ entstand die „Visurgis Actien-Gesellschaft für Rhederei und Schiffbau“. Im Jahr 1855 wurde die hölzerne Dreimastbark „Fanny Kirchner” in Brake vom Stapel gelassen. Die „Visurgis Rhederei” mit Sitz in Oldenburg beteiligte sich zu jener Zeit am Walfang. Ende der 1850er Jahre wurde die „Fanny”, wie sie liebevoll genannt wurde, von der Reederei H. Bischoff in Bremen befrachtet und im Ostasienhandel eingesetzt. Wer war Fanny? weiterlesen

Das Geldwesen im alten China

Am Anfang war der Tausch

Mit Beginn der Weiterentwicklung des Urmenschen  begann auch ein gewisser Warenverkehr. Wurde in der Vergangenheit nur für sich und die eigene Familie gesorgt, durch Jagd und Sammeln von Beeren, Obst und Getreide ergab es sich, daß durch das sesshaft werden und gezieltem Anbau mehr Ertrag geerntet werden konnte, als für die Familie gebraucht wurde. Man wurde in die Lage versetzt, den Überschuss abzugeben und dafür andere Waren zu bekommen, die nicht von der Familie hergestellt werden konnten. So begann der Tauschhandel. Mit den Jahrzehnten vergrößerte sich der Bewegungsraum und die Warenmenge wurde immer vielfältiger. Gleichzeitig wurde auch der Wert der Waren und eine bessere Version des Tauschhandels gesucht und auch gefunden. Das Geldwesen im alten China weiterlesen

Auf dem Weg zur Integration

Die Integration in die deutsche Gesellschaft ist eine Herausforderung für fast jeden in Deutschland lebenden Chinesen. Sprache, Essen, Kultur, ethischen Codes und soziale Institutionen müssen alle verstanden und angepasst werden. In diesem Prozess wird die konfuzianische Kultur des Strebens nach Harmonie, aber nicht nach Einheitlichkeit, die Suche nach Gemeinsamkeiten bei gleichzeitiger Zurückhaltung von Unterschieden, die Unterbringung aller Dinge und des Zuhörens aller Seiten vollständig zum Ausdruck gebracht und verkörpert. Wenn Staat und Gesellschaft jedoch mehr Kommunikations-Plattformen oder -Möglichkeiten in diesem Bereich bereitstellen, werden die Anforderungen an den persönlichen Gedanken und Denkweise relativ einfacher zu erreichen sein, und dieser Integrations- und Gießprozess wird einfacher und weniger stressig sein. Genau das ist mir passiert.

Ich bin Yuanyuan Xiao aus Chengdu, der Hauptstadt der Provinz Sichuan. Ich lebe in Oldenburg, Niedersachsen, und lebe seit fast sechs Jahren in Deutschland. Nach meinem zweiten Masterstudium in Bremen blieb ich in Deutschland und arbeite seit 2015 in der Unternehmensentwicklung von BTC Business Technology Consulting (BTC), eines großen IT-Unternehmen in Oldenburg. Von der Kommunikationsschwierigkeit am Anfang des Studiums in Deutschland bis heute habe ich meine sozialen Netzwerke in Oldenburg Schritt für Schritt aufgebaut, die Realisierung dieser Errungenschaft liegt nicht nur an meinen eigenen guten Fähigkeiten und Mentalität, sondern auch daran, dass ich von den verschiedenen kulturellen Austauschaktivitäten und Plattformen in Oldenburg profitiere. Im Hinblick auf interkulturelle Themen nehme ich oft an folgenden Aktivitäten teil:

  • Das monatliche Treffen und andere deutsch-chinesische Kulturaustauschaktivitäten der Gesellschaft für Deutsch-Chinesische Freundschaft in Oldenburg (GDCF Oldenburg). Der Gesellschaft ist die größte und älteste deutsch-chinesische Kulturaustauschplattform in Oldenburg. Seit seiner Gründung im Jahr 1979 widmet sich die Gesellschaft durch seine enge Verbindung zu den in Oldenburg lebenden chinesischen Studenten der Förderung und Verbreitung der chinesischen Kultur durch verschiedene Formen wie Vorträge, Workshops, Vor-Ort-Besuche usw., die nicht nur hervorragende Beiträge zum kulturellen Austausch zwischen China und Deutschland geleistet haben, sondern auch eine Brücke für den Handel zwischen den beiden Ländern geschlagen haben. Hier habe ich nicht nur die chinesische Kultur den Einheimischen nähergebracht, sondern auch viele gleichgesinnte deutsche Freunde getroffen.

  • Verschiedene deutsch-chinesische Kulturaustauschaktivitäten des Verein der chinesischen Studenten und Wissenschaftler in Oldenburg, z.B. Neujahrsfeier, Sommer BBQ, E-Sport-Spiel, etc. Hier habe ich nicht nur einen aufschlussreichen akademischen Austausch mit chinesischen und deutschen Studenten aus verschiedenen Fachrichtungen, sondern fühle auch die Fürsorge und Wärme der Heimat und der Landsleute, während ich meine Erfahrungen und Vorschläge an andere Studenten und Studentinnen weitergebe um ihre Integration in Deutschland zu unterstützen.

  • kulturelle Austauschaktivitäten von Unternehmen, der Oldenburger Regierung und anderer Verbände, z.B. der große jährliche Diversity-Tag des BTC, das Kultursommerfestival der Stadt Oldenburg. Hier habe ich die Kultur der verschiedenen Staaten, der Stadt Oldenburg und Umgebung erlebt.

Neben kulturorientierten Aktivitäten nehme ich aktiv an anderen Sport- und Unterhaltungsaktivitäten wie Marathons teil. Seit zwei Jahren nehme ich am Oldenburg-Marathon, Bad Zwischenahn IHK-Ausbildungslauf, famila Lauf Oldenburg und Everstener Brunnenlauf teil und wurde deshalb von der Nordwest Zeitung interviewt und veröffentlicht. Für mich kann Laufen nicht nur den Körper stärken, sondern auch Stress abbauen und das Gehirn erfrischen. Außerdem genieße ich das Gefühl, die Ziele zu erreichen. Darüber hinaus habe ich am wöchentlichen Basketballspiel und Zuschauen der berühmten EWE-Basketballspiele teilgenommen, die durch ReWIS (Refugees Welcome in Sports Oldenburg) organisiert werden. Außerdem besuche ich mit Kollegen und Freunden das Oldenburger Stadtfest, das Internationale Filmfestival Oldenburg und den Oldenburger Kramermarkt, der ein besonderer lokaler Markt mit mehr als 400 Jahren Geschichte ist.

Durch diese bunten kulturellen Austauschaktivitäten und Plattformen habe ich nicht nur meine Sprach- und interkulturellen Kommunikationsfähigkeiten gestärkt, sondern auch die chinesische Kultur verbreitet und den Entwicklungsauftritt Chinas in einer neuen Ära und seinen verantwortungsbewussten Geist als großes Land der internationalen Politik dem lokalen deutschen Bürger vorgestellt. Im Oktober 2019 war es ein wichtiger Moment in der chinesischen Historie, denn es war der 70. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik China. Als eine 30jährige Chinesin, obwohl ich die schweren Zeiten des Hungers und der Kälte nicht erlebt habe, habe ich die glorreiche Entwicklung Chinas in den letzten 30 Jahren miterlebt. Die rasante Entwicklung der chinesischen Wirtschaft, Chinas verantwortungsbewusster Geist auf der internationalen politischen Bühne und Chinas 5.000 Jahre alte brillante und prächtige Kultur haben mir mehr Begeisterung und Vertrauen in mein Leben und ihre Arbeit in Oldenburg gebracht. In der Zeit des Studiums hatte ich oft gehört, wie die Lehrer über China sprachen. Während meiner Arbeitszeit habe ich öfter bei verschiedenen Meetings, Konferenzen und Veranstaltungen von China gehört, wie z.B. Chinas 5G, Chinas Industrie 4.0, Chinas künstliche Intelligenz und Chinas erneuerbare Energien.

Wie wir alle wissen, war der Integrationsprozess noch nie einfach. Viele Menschen konnten nicht darauf bestehen, und viele Menschen integrieren sich, sondern nur zur reinen Integration. Es gibt noch viel weniger Menschen, die diesen Prozess wirklich genießen und dadurch Wachstum und Glück gewinnen. Dies erfordert nicht nur starke Fähigkeiten und Fertigkeiten, sondern auch die Fähigkeit zur flexiblen Selbstanpassung, Allokation und Integration. Besonders wenn man zur Entwicklung und zum Aufbau der lokalen Wirtschaft, Kultur und Bildung beitragt, fühlt man sich sicherer und gewinnt ein stärkeres Gefühl der Akzeptanz und Anerkennung.

Für mich heißt es: Ich genieße den Weg der Integration!

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Rote Dächer am Gelben Meer

Oldenburger in Tsingtau während der Kolonialzeit

Als das deutsche Reich 1898 das Schutzgebiet Kiautschou pachtete, wurde im Reichskriegshafen Wilhelmshaven nach Handwerkern gesucht, die Tsingtau und die umliegenden Dörfer mit aufbauen sollten. Die allgemeine Wirtschaftslage in Norddeutschland sah zu jener Zeit nicht vielversprechend aus. Da sahen junge Männer die Chance auf Arbeit in Übersee.

Mit Beginn der Landübernahme begann auch sofort eine rege Bautätigkeit. Oldenburger, wie zum Beispiel Heinrich Eilers oder Ernst Troschel, gingen schon früh nach Tsingtau und waren maßgeblich an dem Bau der Stadt und des Hafens beteiligt. Heinrich Eilers holte seine Familie später nach, doch Elise Troschel begleitete ihren Mann von Anfang an.

Besonders die Frauen hatten mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen. In der Heimat wurden sie bewundert und beneidet, denn die Familien hatten in der Ferne ein doppeltes Einkommen und konnten sich alles leisten, sie brauchten selbst nicht im Haushalt zu arbeiten, dafür hatten sie Boy, Koch und Kuli.

Doch die Wirklichkeit sah meist anders aus. Wenn Frauen alleine über Land fuhren, hatten sie ständig Angst vor Überfällen. Der Boy oder der Koch gingen einkaufen und zahlten fast immer zu viel. Einige Bedienstete wirtschafteten dabei in die eigene Tasche. Ständig gab es gesundheitliche Probleme. Die europäischen Kinder waren den eisigen Sandsturm nicht gewohnt und hatten oft Probleme mit den Bronchien. Zudem grassierten ansteckende Krankheiten und Seuchen wie Cholera und Typhus.

Eine bewegende Lebensgeschichte hatte Minna Stielow. Sie lebte mehr als vierzig Jahre in China. Im Jahr 1906 folgte sie ihrem Verlobten, im Oktober heirateten sie in Tsingtau, dort bekamen sie zwei Kinder. Als Otto in Gefangenschaft geriet, zog sie ihre Kinder alleine auf. 1920 kam die vierköpfige Familie zurück nach Wilhelmshaven, doch schon zwei Jahre später ging sie zurück nach Tsingtau. Otto Stielow fand eine Arbeit bei einer Import-Exportfirma, im Jahr 1937 starb er in Tsingtau. Obwohl 1949 alle Ausländer aufgeforderte wurden, China zu verlassen, zögerte Minna Stielow ihre Heimreise hinaus. Erst 1950 kam sie über Umwege nach Wilhelmshaven zurück.

Elise Troschel reiste mit vier Kindern im Alter von neun Monaten bis sechs Jahren gemeinsam mit Ehemann und Kindermädchen nach Tsingtau. Sie führte als Ärztin und Geburtshelferin eine Praxis im Hafenbauamt von Tsingtau.

Irenestraße um 1910

Elisabeth Eilers, die ihrem Mann im Jahr 1907 folgte, reiste mit zwei kleinen Mädchen nach China und blieb drei Jahre dort.

Frieda Ammen reiste ihrem Verlobten nach und beide heirateten in Shanghai, bevor sie weiter nach Tsingtau reisten. Familie Müller kehrte früher nach Deutschland zurück als geplant, denn die beiden Kinder konnten das raue Klima nicht vertragen.

Marie Ruhstrat lebte über zwanzig Jahre in verschiedenen Städten Chinas, sie hatte sechs Kinder, ihr ältester Sohn starb in Shanghai an Cholera. Marie war nur kurze Zeit zu Besuch in Tsingtau während der Konfirmation ihres zweiten Sohnes im April 1910, der dort die Schule besuchte und im Internat lebte.

Gouvernements-Kapelle

Die Statistik im „Amtsblatt für das Deutsche Kiautschou-Gebiet” aus dem Jahr 1910 gibt an, dass neben 2.275 deutschen Soldaten 1.531 zivile Deutsche lebten, davon kamen 17 aus dem Großherzogtum Oldenburg, 1913 stieg die Zahl der Oldenburger auf 42.

Aus dem damaligen Fischerdorf ist die moderne Stadt Qingdao mit mehr als 9 Millionen Einwohnern geworden. Auch nach 120 Jahren sind viele deutsche Gebäude erhalten wie Schulen und Krankenhäuser, die teilweise noch in der gleichen Funktion genutzt werden. Die ehemalige deutsche Germania-Brauerei hat heute als Tsingtao-Brewery den Weltmarkt erobert.

Studenten der Qingdao Universität haben im Sommer 2019 Fotos von alten deutschen Gebäuden aufgenommen und diese Abbildungen geben einen Einblick, wie das deutsche Erbe von den Chinesen geschätzt wird.

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Bernhards Briefe

Schuljahre im deutschen Tsingtau

Es ist die ungewöhnliche Biographie von Bernhard Ruhstrat aus dem Großherzogtum Oldenburg in einem außergewöhnlichen Abschnitt deutscher Geschichte.

Die Familie Ruhstrat ist im 19. und 20. Jahrhundert eine angesehene Juristenfamilie in Oldenburg, doch der älteste Sohn Ernst bewirbt sich beim Kaiserlichen Chinesischen Seezoll, der vom Engländer Sir Robert Hart geleitet wird. Im Herbst 1881 fährt er nach Shanghai und wird danach in unterschiedliche Regionen versetzt.

Das Zollamt in Shanghai

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Spiegelungen

Nachtrag zu: Nachhall der Geschichte

In unserem Beitrag Nachhall der Geschichte schrieben wir über unseren Besuch im Astor House in Shanghai. Als wir damals von Shanghai Abschied nahmen, waren wir der festen Überzeugung, dass wir eines Tages wieder hierher zurückkehren würden. Leider ist dies unmöglich geworden.

Wie wir vor kurzem erfahren haben, hat das Astor House am 31.12.2017 seine Türen geschlossen. Damit hat Shanghai ein Hotel mit langer Tradition verloren, was viele China-Reisenden mit Sinn für Historie sicherlich bedauern werden.

Es gibt Pläne, das Gebäude zu einem Museum umzubauen.

Rückkehr zur Tradition

Als ich in den neunziger Jahren in China lebte, hatten Plastik und Plastikmöbel einen hohen Stellenwert. Plastik wäre das allermodernste und das allerfeinste, so sagten meine chinesischen Freunde. Die US-Lebensart kam gerade nach China, und jeder, der es sich leisten konnte, wollte den Westen kopieren und ein Stück davon in der Wohnung haben. Dazu kam, dass die Holzmöbel, die zu der Zeit produziert wurden, von sehr schlechter Qualität waren, sie wurden aus einfachen Sperrholzplatten zusammen genagelt. Als ich nun meine Wohnung in Beijing einrichten musste, suchte ich nach traditionellen chinesischen Möbeln und besuchte einen Antikmarkt nahe des Ritan-Parks. In zwei Hallen wurden Raritäten und Kuriositäten vom Feinsten angeboten. Ich war begeistert und besuchte nun fast jedes Wochenende diesen Markt und lernte die Geschichte der chinesischen Möbel kennen. Und ich kaufte mir nicht nur einen Schrank, sondern auch Reisbehälter, geschnitzte Fenster und sogar einen Huthalter. Meine Freunde kamen zu Besuch mit Plastikgeschenken und ich führte stolz meine Schätze vor, die sie aber als Müll (垃圾 La ji ) betitelten. Das hielt mich aber nicht davon ab, in den nächsten Jahren weitere Antikmärkte aufzusuchen und die chinesische Lebensart zu studieren. Rückkehr zur Tradition weiterlesen

Nachhall der Geschichte

Das Astor House in Shanghai

浦江饭店

Direkt an der berühmten Garden Bridge, nur wenige Meter vom Bund, liegt das ehrwürdige Astor House mit einer langen Geschichte.

Die alten ausgetretenen Granitstufen führen durch die schweren Eichentüren in die Hotel-Lobby des Astorhauses. Schon hier atme ich den Duft der Vergangenheit des Hauses ein.Der Schotte Peter Felix Richards hatte 1846 die Idee, als viele europäische Kaufleute nach Shanghai kamen, ein Hotel in der Nähe des Bunds (heute östliche Jingling Straße) zu eröffnen. Dieses Haus war der Vorläufer des Astor Hauses.

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